Jakob Stoeck und Marie-Cécile Jaudon stecken mitten in einem spannenden Abenteuer: Sie renovieren ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Neustadt 15 in Büdingen. Ihr Vorhaben begann mit dem Kauf des Hauses, der zwischen Weihnachten und Neujahr 2021 vollzogen wurde. Das Gebäude, das die Inschrift „JVG 1681“ trägt, war stark sanierungsbedürftig, und die Familie wusste von Anfang an, dass sie sich einer Herausforderung stellen würden.
Die beiden, die in ihrer bisherigen Zeit viel herumgekommen sind – von Singapur über die USA bis nach Genua – haben sich entschlossen, Wurzeln zu schlagen und sind nun nach fast drei Jahren in das renovierte Niedrigenergiehaus eingezogen. Architekt Bastian Völler beschreibt die Statik des Hauses als große Herausforderung, insbesondere da die westliche Wand aus dem 14. oder 15. Jahrhundert stammt. „Da liegt was an“, könnte man sagen, wenn man die Schwierigkeiten bedenkt, die mit der Renovierung eines solchen Altbaus einhergehen.
Ein langer Weg zur Fertigstellung
Die Renovierungsdauer wurde auf zwei Jahre geschätzt, aber die geplanten Arbeiten am Rohbau nahmen über ein Jahr in Anspruch. Während des Umbaus kam es immer wieder zu Verzögerungen, die das Paar mit 1000 Euro pro Tag zu Buche schlugen. Entscheidungen mussten schnell getroffen werden, alte Fenster mit Bistroglas und charaktervollen Häkchen erforderten umfangreiche Abstimmungen mit dem Denkmalschutz. Besonders aufregend ist die Aussicht, das Gerüst, das nun als ständiger Begleiter wirkte, am Freitag endlich entfernen zu können. Das Erdgeschoss aber bleibt noch im Umbau, während im ersten Obergeschoss fast alles neu ist. Hier strahlt das Renaissance-Zimmer, in seiner einladenden Schlichtheit, geradezu eine besondere Wärme aus.
Auch das zweite Obergeschoss hat seine Reize: eine geräumige Küche, in der nun die kreativen Kochabenteuer beginnen können. Die Familie fühlt sich äußerst wohl in der Altstadt und schätzt nicht nur die internationale Nachbarschaft, sondern hat auch enge Freundschaften zu den Handwerkern, die das Projekt unterstützen.
Fördermöglichkeiten und Herausforderungen
Die Herausforderungen der Denkmalsanierung sind nicht zu unterschätzen. Tatsächlich sind viele Altbauten von einem Sanierungs- und Modernisierungsstau betroffen und die energetische Sanierung wird oft zum Muss, um Wohnkomfort und Wertsteigerung zu gewährleisten. Da kommt den Stoecks und Jaudon zugute, dass sie bei ihrem Projekt auf Förderungen aus dem Programm „Lebendige Zentren“ zurückgreifen können, die speziell zur Unterstützung solcher Renovierungsprojekte gedacht sind.
Informierte sich das Paar vor dem Kauf über mögliche staatliche Hilfe? Sicherlich! Fördergelder für denkmalgeschützte Immobilien sind nicht zu verachten. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) spielt hier eine zentrale Rolle, indem sie erhebliche Zuschüsse für den Kauf, die Sanierung und sogar für spezifische Maßnahmen gewährt. Bis zu 100.000 Euro können hier beantragt werden, eine wertvolle Unterstützung für alle, die den Sprung in die Altbausanierung wagen. Die Bedingungen sind dabei relativ günstig und auch, wenn man die Immobilie vermietet, bekommt man die Förderung.
Die Kontaktaufnahme zu Beratungsservices und Bausachverständigen kann sich zudem als goldrichtig erweisen: Sie kennen sich mit versteckten Mängeln aus und helfen, die Kosten realistisch abzuschätzen. Aber Achtung! Optische Veränderungen müssen beim Denkmalsschutz vermieden werden, um die Charakteristik des Gebäudes nicht zu gefährden – eine Herausforderung, die viel Fingerspitzengefühl verlangt.
In dieser speziellen Zeit, in der Stoeck und Jaudon mit Leidenschaft und Determination ihr neues Zuhause schaffen, betonen sie, dass sie ihre Entscheidung, das sanierungsbedürftige Haus zu erwerben, nie bereut haben. Es ist nicht nur ein Projekt, sondern auch ein neues Kapitel in ihrem Leben. Das klingt nach einer großartigen Entscheidung, um die Traditionsfarben der Region zu bewahren und gleichzeitig für Wohnkomfort zu sorgen.