Die Gesundheitslandschaft in der Region Oberhavel steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Das Hennigsdorfer Krankenhaus, eine wichtige medizinische Einrichtung, soll in den kommenden Jahren geschlossen werden. Die Entscheidung über die Schließung wurde am 11. Februar 2022 von Landrat Alexander Tönnies bekannt gegeben, was Ängste und Proteste in der Bevölkerung auslöste. Der Fokus der Krankenhausversorgung wird nun auf einen Neubau in Oranienburg gelegt, in den rund 340 Millionen Euro investiert werden sollen. Die Fördermittel für diesen Neubau sind bereits beantragt und der Umzug nach Oranienburg nimmt konkrete Formen an.

Das Hennigsdorfer Krankenhaus wird künftig nur noch ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) anbieten, während der Standort in Gransee unverändert bleibt. Der Neubau in Oranienburg soll innerhalb der nächsten acht Jahre bezogen werden, wobei die Auswahl eines Planungsbüros derzeit läuft. In einem weiteren Schritt beantragte der Ortsbeirat Schmachtenhagen eine Feuerwerksverbotszone, um Müll und Lärm zu reduzieren. Die Entscheidung über diesen Antrag wird am 9. März in der Stadtverordnetenversammlung getroffen.

Proteste und Widerstand

Die Schließung des Hennigsdorfer Krankenhauses zieht nicht nur Ängste nach sich, sondern auch Protestaktionen. Die Frauen der Interessengemeinschaft gegen Windräder im Wald setzen ihre Proteste fort, nachdem fünf Windenergieanlagen mit über 266 Metern Höhe genehmigt wurden. Diese Entwicklungen führten zu Widersprüchen, die bis zu 1000 Euro kosten können. Die Protestierenden planen, diese Widersprüche und ein gerichtliches Eilverfahren einzuleiten, um ihre Anliegen zu unterstützen.

Im Kreistag von Oberhavel gab es eine Abstimmung, in der 30 Ja-Stimmen, 20 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen für die Schließung des Klinikstandorts Hennigsdorf stimmten. Geplant ist eine Verschmelzung der beiden Standorte in Oranienburg, mit einem Zeitrahmen von 5 bis 7 Jahren für die Umsetzung. Auf dem Gelände an der Robert-Koch-Straße in Oranienburg soll ein neues 500-Betten-Krankenhaus entstehen, wofür über 350 Millionen Euro eingeplant sind. Die Fördermittel sollen aus einem Transformationsfonds der Krankenhausreform kommen.

Hintergrund der Reformen

Die Notwendigkeit dieser Reformen ist im Rahmen des „Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes“ der alten Bundesregierung zu sehen. Die Konzentration auf größere Standorte ist eine Reaktion auf die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung. Hennigsdorf liegt zu dicht an Berlin, was die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Standorts in Frage stellt. Diese Entwicklungen sind Teil einer größeren Bewegung hin zu integrierten Notfallzentren (INZ), die eine schnellere Patientenlenkung in die richtige Behandlung ermöglichen sollen. Das Ziel ist die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Rettungsdiensten, Notaufnahmen und Bereitschaftsdiensten.

Um den Strukturwandel zu fördern, wurde das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) ins Leben gerufen. Es schafft die rechtlichen Grundlagen für notwendige Transformationsmaßnahmen in Kliniken. Zudem sieht das Krankenhaustransparenzgesetz vor, dass Informationen über die Qualität und Ausstattung der Kliniken veröffentlicht werden, um Patienten eine informierte Entscheidung zu ermöglichen. Diese Schritte sind entscheidend, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland zukunftssicher zu gestalten.

Die Herausforderungen, die sich aus diesen Veränderungen ergeben, sind nicht zu unterschätzen. Während einige Bürger um ihre lokale medizinische Versorgung fürchten, könnte die Konzentration auf größere, moderne Einrichtungen letztlich zu einer Verbesserung der Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung führen. Die kommenden Monate und Jahre werden zeigen, wie sich diese Entwicklungen tatsächlich auf die Gesundheitsversorgung in der Region auswirken werden.