Endlich geht es los: Am 19. November 2025 wurde der offizielle Wiederaufbau der Schleuse Friedenthal in Oranienburg eingeläutet. Damit wird eine lange ersehnte Verbindung zwischen der Oranienburger Havel und den Ruppiner Gewässern wiederhergestellt. Der Standort der neuen Schleuse, am Ende der Havel-Sackgasse beim Schlosshafen Oranienburg, ist perfekt gewählt, um die Attraktivität der Region für den Wassertourismus zu steigern. Bürgermeister Alexander Laesicke hebt hervor, dass die Schleuse als Eingangstor zur Hauptstadtregion fungieren wird und verspricht sich viel von diesem Projekt, das bereits seit rund drei Jahrzehnten in den Planungen ist.
Die Schleuse Friedenthal, die 1959 stillgelegt und zugeschüttet wurde, war lange Zeit ein Dorn im Auge der regionalen Entwickelnden. Ihre Wiederherstellung marterte die Kommunalpolitik über viele Jahre. Die ersten Bundesprojekte zur Thematik gab es vor etwa 20 Jahren, und erst im Jahr 2017 wurde eine formelle Vereinbarung über den Neubau getroffen. Die von vielen erwartete Inbetriebnahme ist für November 2026 geplant.
Technische Details und Finanzierung
Die Pläne für die neue Schleuse sehen eine Kammerschleuse mit einer Länge von 41,5 Metern und einer Breite von 6 Metern in Spundwandbauweise vor, die für einen automatisierten Betrieb mit Fernüberwachung ausgelegt ist. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf etwa 33 Millionen Euro, wobei der Bund rund 24 Millionen Euro und das Land Brandenburg knapp 3,1 Millionen Euro beisteuert. Bevor die Bagger anrücken konnten, wurden umfangreiche Kampfmittelräumungen notwendig, da tragische Entdeckungen von alten Bomben und weiteren Kampfmitteln gemacht wurden.
Der Bau wird zudem neue Landwege, Betriebsbrücken und ansprechend gestaltete Vorhäfen umfassen. Um eine durchgehend schiffbare Wassertiefe zu gewährleisten, wird die Havel stellenweise ausgebaggert. Und nicht zu vergessen: Die zuvor teilweise renaturierten Flächen der ehemaligen Biberfarm wurden ebenfalls bereitgestellt.
Politische Diskussionen rund um das Projekt
Anders dagegen die Meinung von Björn Lüttmann (SPD), der die Schleuse als Leuchtturmprojekt für den Wassertourismus ansieht. Er wies darauf hin, dass die Niedrigwasserstände in die Planungen einbezogen wurden. Einigkeit herrschte darüber, dass der Wassertourismus für die Region von großer Bedeutung ist, was auch von anderen Fraktionen unterstützt wurde.
Bundesweite Relevanz des Wassertourismus
Zusammenfassend zeigt sich, dass der Wiederaufbau der Schleuse Friedenthal nicht nur ein bedeutendes Projekt für Oranienburg, sondern auch für ganz Deutschland ist. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussionen rund um Wassertourismus und nachhaltige Konzepte weiterentwickeln werden. Den regionalen Akteuren steht ein spannendes Kapitel bevor – und das Wasser wird bald wieder in Strömen fließen!