In Groß-Ziethen, einem Teil von Kremmen, stehen bedeutende Bauarbeiten an. Am 2. März 2023 geht es los mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt, die bereits seit geraumer Zeit in einem schlechten Zustand ist. Die Osthavelländische Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung GmbH (Owa) hat die Aufgabe übernommen, die Trinkwasserhauptleitung sowie die Hausanschlüsse auszutauschen. Diese Maßnahme wird von Firmen aus Wusterhausen und Pritzwalk durchgeführt und kostet etwa 350.000 Euro. Um den Fortschritt der Arbeiten zu unterstützen, sind halbseitige Sperrungen der Fahrbahn und des Gehweges notwendig. Eine Ampelregelung für den Verkehr ist dabei jedoch nicht vorgesehen.
Die Bauarbeiten an der Trinkwasserleitung sollen bis zum 29. Mai 2023 abgeschlossen sein, können jedoch wetterbedingt und aufgrund unvorhergesehener Umstände abweichen. Diese Sanierungsmaßnahmen sind Teil eines umfassenderen Projekts, das auch die Straßenbauarbeiten des Landkreises Oberhavel umfasst. Die gesamte Sanierung der Ortsdurchfahrt wird sich über eine Strecke von 1050 Metern ziehen, wobei die neue Fahrbahn 6,50 Meter breit sein wird. Dies ermöglicht Begegnungen von zwei Bussen, eine Anforderung, die in der Vergangenheit oft ein Thema war. Am westlichen Ortseingang wird die Fahrbahn aufgrund der Bebauung jedoch nur 3,50 Meter breit sein. Die Abgrenzung zwischen Gehwegen, Parkbuchten und der Fahrbahn erfolgt durch Hoch- oder Rundbord aus Beton, während unbefestigte Bereiche mit Oberboden und Rasenansaat versehen werden.
Archäologische Begleitung und Bauzeit
Ein interessanter Aspekt dieser Bauarbeiten ist die archäologische Begleitung, die bei allen Erdarbeiten erforderlich ist. Dies zeigt, wie wichtig der Erhalt historischer Informationen gerade in einem Gebiet ist, das schon lange besiedelt ist. Die gesamten Bauarbeiten sollen bis Dezember 2026 dauern, wobei eine Vollsperrung der Alten Dorfstraße erforderlich sein wird. Anlieger erhalten spezielle Regelungen, um ihre Zufahrt zu ermöglichen. Die Strecke war früher als Landesstraße 17 bekannt und erlangte 2017 Medienecho durch eine Demonstration, bei der Schlagloch-Golf gespielt wurde – ein kreativer Protest gegen den maroden Zustand der Straße.
Herausforderungen der Infrastruktur
Diese Sanierung ist nicht nur für die Anwohner von Bedeutung, sondern steht auch im Kontext einer größeren Problematik in Deutschland. Die Infrastruktur, insbesondere die Wasserstraßen, steht vor einem erheblichen Finanzierungsdefizit von rund 2,8 Milliarden Euro in den kommenden Jahren. Dies betrifft vor allem die Sanierung oder den Ersatz maroder Schleusen, Wehre und Brücken. Ein Ausfall dieser Anlagen könnte gravierende Folgen haben, da auf dem Wasser kaum Umleitungen möglich sind. Tarek Al-Wazir, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, hat betont, dass trotz eines Sondervermögens von 500 Milliarden Euro nicht ausreichend in die Verkehrsinfrastruktur investiert wird. Ein Ausfall von Wehren oder Schleusen könnte zu Verkehrsverlagerungen auf die Straße und damit zu erheblichen Kostensteigerungen für Unternehmen führen.
Die Bauarbeiten in Groß-Ziethen sind also ein kleiner, aber wichtiger Teil eines viel größeren Puzzles, das die deutsche Infrastruktur betrifft. Anwohner und Verkehrsteilnehmer werden um Verständnis für die Unannehmlichkeiten während der Bauzeit gebeten, aber die langfristigen Vorteile einer modernisierten Trinkwasserversorgung und einer besseren Straßeninfrastruktur werden hoffentlich die Mühen wert sein.