Haushalt 2026 in Hohen Neuendorf: Einsparungen und neue Steuern beschlossen!
Hohen Neuendorf beschließt am 20. November 2025 den Haushalt 2026 mit einem Volumen von 72,3 Millionen Euro.

Haushalt 2026 in Hohen Neuendorf: Einsparungen und neue Steuern beschlossen!
Am 20. November 2025 haben die Stadtverordneten von Hohen Neuendorf den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Mit 18 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und drei Enthaltungen steht das Volumen des Haushalts bei rund 72,3 Millionen Euro. Bürgermeister Steffen Apelt bezeichnete den Haushalt als essentielles Fundament für die städtische Arbeit und künftige Entwicklungen, die notwendig sind, um die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen, die vor der Stadt liegen. Dennoch müssen Bürger:innen und Verwaltung mit Einsparungen und einem straffen Budget rechnen.
Schlüsselzuweisungen vom Land Brandenburg sind für die Stadt eine wichtige Einnahmequelle, jedoch werden für 2026 geplante Mindereinnahmen von 2,8 Millionen Euro erwartet. Die Ausgabenseite des Haushalts wird maßgeblich durch Pflichtaufgaben bestimmt. Das meiste Geld fließt in die Kreisumlage, die Kinderbetreuung sowie in Sach- und Dienstleistungen und die Gehälter der Verwaltung. Lediglich 6,5 Prozent (ca. 4,7 Millionen Euro) des Haushalts sind für freiwillige Leistungen wie Kultur- und Bibliotheksangebote reserviert.
Struktur und Herausforderungen des Haushalts
Um die Haushaltslücke zu schließen, wurden umfassende Einsparungen erarbeitet. So werden beispielsweise größere Straßenbaumaßnahmen verschoben, und die Stadt hat entschieden, kein neues Personal einzustellen. Auch der Budgettopf für städtische Veranstaltungen wird deutlich gekürzt: von 300.000 auf 200.000 Euro. Zudem plant die Stadt, durch den Verkauf des Sonnenhauses 2,9 Millionen Euro einzunehmen, um die finanzielle Situation zu stabilisieren.
Ein weiterer Punkt, der im Haushalt aufgegriffen wird, ist die Einführung einer neuen Grundsteuer C mit einem Hebesatz von 600 Prozent für unbebaute, jedoch bebauungsfähige Grundstücke. Dies soll zusätzliche Einnahmen von 200.000 Euro bringen. Zusätzlich wird der Hebesatz der Grundsteuer B von 200 auf 300 Prozent angehoben, was zusätzliche 1,4 Millionen Euro in die Kassen spülen soll. Die Gewerbesteuer bleibt unverändert.
Investitionen und interkommunale Zusammenarbeit
Insgesamt sind 7,3 Millionen Euro für infrastrukturelle Projekte eingeplant. Dazu gehören bedeutende Baumaßnahmen wie die Umgestaltung des Schulhofs der Grundschule Borgsdorf (163.000 Euro), der Ausbau der EÜ Karl-Marx-Straße (1,6 Millionen Euro, davon 1,3 Millionen Euro Förderung) sowie die Verschönerung der Schönfließer Straße und des Bahnhofsvorplatzes (700.000 Euro). Auch investiert die Stadt 200.000 Euro in den Ausbau der IT-Infrastruktur, die nach einem Cyberangriff dringend benötigt wird.
Bürgermeister Apelt betont die Notwendigkeit der interkommunalen Zusammenarbeit, um Themen wie Wärmeplanung und Klimaanpassung effektiver angehen zu können. Dies wird zunehmend wichtiger, da auch die finanziellen Herausforderungen auf die Kommunen zukommen, immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Der Haushalt ist nicht nur ein wichtiges Instrument der Finanzverwaltung, sondern auch ein Spiegelbild der Prioritäten, die die Stadt für die nächsten Jahre setzt. In diesem Zusammenhang betrachtet man auch die übergeordneten Rahmenbedingungen wie den Doppelhaushalt des Landes Brandenburg, der für 2025 ein Volumen von 16,69 Milliarden Euro und für 2026 von 17,40 Milliarden Euro vorsieht, wie mdfe.brandenburg.de berichtet.
Insgesamt bleibt zu hoffen, dass Hohen Neuendorf mit diesen Maßnahmen gut aufgestellt ist, um auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig zu bleiben und die Lebensqualität der Bürger:innen im Blick zu behalten. Um dies zu gewährleisten, sind Kreativität und die Fähigkeit, finanzielle Spielräume zu finden, gefragt.
Zukünftige Entscheidungen werden zeigen, ob dieses Budget tatsächlich die Weichen für ein positives Wachstum stellt. Denn wie so oft im Leben gilt auch hier: Ausgerechnet, was möglich ist, muss auch in die Tat umgesetzt werden.