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S-Bahn-Chaos in Frankfurt: Pendler leiden unter massiven Ausfällen!

Die S-Bahn-Linien rund um Frankfurt sind aktuell stark eingeschränkt. Wegen einer massiven Unterbesetzung der Stellwerke müssen Fahrgäste mit gravierenden Ausfällen rechnen. Fünf S-Bahn-Linien, namentlich die S3, S4 und S5, erleben teils komplette Einstellung und gravierende Verspätungen. Laut der FNP sind die Linien S3 nach Bad Soden und S4 nach Kronberg häufig spontan nicht verfügbar, überwiegend von 20 Uhr bis 6 Uhr. Dies führt zu einer großen Verunsicherung der Fahrgäste, die seit Dezember 2024 unter dieser Ungewissheit leiden.

In der Hauptverkehrszeit werden die betroffenen Linien jetzt auch bereits am Nachmittag eingestellt. Die S5 wird zurzeit stark reduziert – jede zweite Fahrt entfällt, was die Belastungen für Pendler enorm erhöht. Auch die Linien S1 und S2 sind nicht von den Ausfällen verschont geblieben, und abends sind seit Monaten Regionalzüge in Richtung Höchst, Limburg und Friedberg häufig gestrichen. Insgesamt sind täglich rund 100.000 Fahrgäste von diesen Einschränkungen betroffen.

Ursachen und Personalproblematik

Die primäre Ursache für diese massiven Probleme ist das unterbesetzte Stellwerk am Südbahnhof Frankfurt. Diese Misere wird durch einen hohen Krankenstand der Mitarbeiter weiter verschärft – etwa die Hälfte der Beschäftigten ist derzeit betroffen. Bahn-Sprecherin Claudia Münchow äußert sich bedauernd zu der Situation und versichert, dass die Deutsche Bahn Infrago alle kurzfristig verfügbaren Mitarbeiter angefragt hat. Am Stellwerk Frankfurt-Süd sind täglich mindestens 30 Schichten nötig, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Doch trotz des Anstiegs des Personalbestands von etwa 5 % seit März 2024, warnen Experten, dass der tatsächliche Bedarf damit möglicherweise nicht gedeckt werden kann.

Eine fachliche Stimme, der Fahrgastverband Pro Bahn, stellt zudem in Frage, ob die neue Mitarbeiterzahl ausreicht, um die anhaltenden Probleme zu beheben. Der Verband schlägt vor, Personal aus anderen Regionen nach Frankfurt und Hanau zu versetzen. Zwischenzeitlich versucht die Bahn, vorhandenes Personal weiterzubilden, um die Flexibilität der Stellwerksmitarbeiter zu erhöhen.

Langfristige Lösungen und Herausforderungen

Das Problem der Stellwerksunterbesetzung ist nicht neu. Bereits in den vergangenen Wintern kam es häufig zu ähnlichen Situationen. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass bis September 2025 mit einer anhaltenden Unterbesetzung in Frankfurt und Hanau gerechnet werden muss, was den Regionalverkehr enorm belastet. Pendler in Mittelhessen erfahren mit nur einem Zug pro Stunde im Vergleich zu einer früheren Verbindung alle 20 bis 30 Minuten eine dramatische Verschlechterung.

Um den Herausforderungen im öffentlichen Verkehr entgegenzuwirken, sieht der VDV auch eine dringende Notwendigkeit für eine schnellere Erneuerung der veralteten Stellwerkslandschaft in Deutschland. Diese jahrzehntelangen Mängel müssen dringend angegangen werden, da sie nicht nur das Personalproblem verschärfen, sondern auch die gesamte Effizienz des Schienenverkehrs behindern. Ziel ist es, bis 2030 eine erhebliche Steigerung der Beschäftigtenzahlen im ÖPNV zu erreichen, um den Anforderungen der wachsenden Mobilitätsbranche gerecht zu werden und die Klimaschutzziele zu unterstützen, wie es auch von der VDV prognostiziert wird.

Angesichts der Tatsache, dass bis 2030 etwa 80.000 Beschäftigte in Ruhestand gehen werden und täglich 4.000 bis 6.000 Fachkräfte die Branche verlassen, bleibt abzuwarten, wie die Verkehrsbetriebe die Herausforderungen meistern werden. Die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs steht auf dem Spiel, und die derzeitigen Entwicklungen lassen viele Fahrgäste auf alternative Verkehrsmittel umsteigen.

Statistische Auswertung

Beste Referenz
fnp.de
Weitere Infos
hessenschau.de
Mehr dazu
vdv.de

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